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Informationen rund um den Gaspreis

Erklärfilm: Wie setzt sich der Gaspreis zusammen?

Antworten auf die häufigsten Fragen

Bereits 2021 waren die Erdgaspreise im Großhandel in die Höhe geschossen. Im Dezember 2021 lag der Großhandelspreis schon um ein Vielfaches über dem Vorjahreswert.

Die Preisentwicklung auf dem Erdgasmarkt hat verschiedene Ursachen:

  • Hohe Nachfrage: Die Wirtschaft hat sich vom Corona-bedingten Einbruch erholt und benötigt nun wieder mehr Energie. Die Nachfrage nach Rohstoffen ist weltweit gestiegen. Das treibt die Preise nach oben.
  • Der Krieg in der Ukraine: Russland war bisher Deutschlands wichtigster Energielieferant. 55 Prozent der Erdgaslieferungen, 50 Prozent der Kohlelieferungen und 35 Prozent der Öllieferungen stammten von Russland. Durch die Verknappung der bisherigen Energielieferungen aus Russland steigen die Strom- und Erdgaspreise.
  • Wetter: Die Monate März und April 2022 waren kälter als erwartet. In der Folge wurde mehr Erdgas benötigt.
  • CO2-Preis: Je höher der Gaspreis, desto mehr Kohle wird verstromt – und damit mehr CO2-Zertifikate gekauft. Mit der Nachfrage steigt der Preis der CO2-Zertifikate. Somit wird der Einsatz fossiler Brennstoffe (Erdgas und Öl) zur Stromerzeugung zusätzlich teurer. Außerdem steigt die CO2-Abgabe 2022 um 20%.
  • Staatliche Umlagen: Russland liefert weniger Gas, deshalb müssen viele Importeure spontan teuren Ersatz beschaffen – was sie wiederum in finanzielle Schwierigkeiten bringt. Gleichzeitig gibt es staatliche Vorgaben zu Gasspeichermengen. Damit die Gasversorger nicht insolvent gehen, hat die Bundesregierung im Herbst zwei Umlagen eingeführt, über die die hohen Einkaufspreise an Gaskundinnen und Gaskunden weitergegeben werden.
  • Gasumlage
    Russland hat seit Mitte Juni seine Gasimportmengen nach Deutschland drastischerweise reduziert und damit eine künstliche Energieknappheit geschaffen. Viele Gaslieferungen aus Russland, die bisher vertraglich zugesichert waren, fallen weg. Die betroffenen Gasimporteure müssen diese Mengen nun ersetzen bzw. neu einkaufen, um ihren Lieferpflichten gegenüber Energieversorgungsunternehmen (etwa Stadtwerken) nachzukommen – allerdings zu wesentlich höheren Kosten. Um diese Kosten abzufedern und so Insolvenzen auf Seiten der Gasimporteure zu verhindern und damit eine Versorgungssicherheit aufrecht zu erhalten, wird die Gas-Umlage ab dem 01.10.22 in Höhe von 2,419 Cent/kWh (Netto) /2,879 Cent pro kWh (Brutto) eingeführt. Die Laufzeit dieser Umlage ist vom 01.10.2022 bis zum 01.04.2024 festgesetzt. Die Höhe der Umlage wird alle drei Monate neu veröffentlicht.
  • Speicherumlage
    Wegen der ungewöhnlich geringen Gasvorräte und der Unsicherheit, ob und wie viel Gas aus Russland nach Deutschland fließt, hatte der Gesetzgeber im Frühjahr die §§ 35a EnWG ff. geschaffen und erstmals verbindliche Vorgaben für die Speicherfüllung gemacht. Um diese gesetzliche Vorgabe einhalten zukönnen, muss das Gas mit erhöhtem Aufwand besorgt werden. Die Gasspeicherumlage soll diese Kosten auffangen. Die genaue Höhe steht noch nicht fest. Fest steht aber, dass wir als Stadtwerk diese Umlage zum 01.10.2022 zahlen müssen. Die Speicherumlage wird vom 01.10.2022 bis zum 31.03.2025 erhoben und die Höhe wird alle sechs Monate neu ermittelt.

Aufgrund der staatlichen Umlagen, die wir als Stadtwerk ab dem 01.10.22 weitergeben müssen und der kontinuierlich steigenden Einkaufspreise für Gas sind wir gezwungen, die Gastarife anzupassen.

Durch gestiegene Einkaufspreise und durch die Gasbeschaffungsumlage müssen wir den Arbeitspreis für Ihr Erdgasprodukt um 2,92 Cent/kWh (Netto) / 3,47 Cent/kWh (Brutto) anheben.

Ein typischer Erdgaskunde mit einem Jahresverbrauch von 15.000 kWh wird ab dem 01.10.2022 durch die Preisanpassung monatlich um 43,44 Euro (Brutto) mehr belastet.

Die Abschläge werden wir automatisch anpassen. Die individuelle Höhe der Abschlagszahlung werden wir jedem Kunden im Oktober schriftlich mitteilen.

Wir werden die Abschlagszahlung an die neuen Preise anpassen und jeden Kunden im Oktober über die Höhe der neuen Abschläge informieren.

Unsere Systeme können sehr gut eine Verbrauchsabgrenzung zur Preisanpassung zum 30.09.2022 rechnerisch ermitteln. Das heißt eine Übermittlung des Zählerstandes ist nicht erforderlich. Alternativ können Sie uns selbstverständlich auch gerne den Zählerstand des Gaszählers zum 30.09.2022 über unsere Online-Zählerstandserfassung mitteilen.

Durch die turbulenten Rahmenbedingungen in der Energiebranche sind für das Kalenderjahr 2023 weitere Preisanpassungen absehbar. Auch die staatlichen Umlagen können alle drei Monate (Gasumlage) bzw. alle sechs Monate (Gasspeicher) an den Bedarf angepasst werden. Wann und in welcher Höhe Preissteigerungen zu erwarten sind, können wir derzeit noch nicht beantworten.

Bei weiteren Erhöhungen werden wir in jedem Fall sicherstellen, dass die Abschläge entsprechend angepasst werden. So wird die Belastung auf die Monate verteilt und eine große Nachzahlung zur Jahresendrechnung wird bei nicht abweichendem Verbrauch zum Vorjahr vermieden.

Verbrauch senken, Komfort behalten!

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