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Redispatch 2.0

Auf Betreiber von Stromerzeugungs- bzw. Speicheranlagen im Netzgebiet kommen mit dem sogenannten Redispatch 2.0 demnächst neue gesetzliche Pflichten zu.

Hierüber möchten wir Sie als Betreiber einer Anlage mit einer installierten 
Leistung ab 100 kW informieren.

I. Redispatch 2.0 im Überblick

Mit den gesetzlichen Regelungen zum Redispatch 2.0 werden Netzbetreiber dazu berechtigt 
und verpflichtet, im Fall von Gefährdungen oder Störungen der Netzsicherheit (im Folgenden: 
Netzengpässen) u.a. auf die Erzeugungsleistung von Stromerzeugungsanlagen zuzugreifen, 
um den Netzengpass zu beseitigen: Die Erzeugungsleistung einer Stromerzeugungsanlage 
wird (ggf. ferngesteuert) reduziert oder – was auch denkbar ist – erhöht. Der betroffene 
Anlagenbetreiber hat im Gegenzug für eine tatsächlich erfolgte Redispatch-Maßnahme einen 
Anspruch auf einen angemessen finanziellen Ausgleich.

Bislang wurden vergleichbare Maßnahmen gegenüber den Betreibern von EE- und KWKAnlagen im Rahmen des sog. Einspeisemanagements durchgeführt. Mit dem Redispatch 2.0 
gibt es einen neuen rechtlichen Rahmen, der zusätzliche Pflichten für Anlagenbetreiber, 
Netzbetreiber und Direktvermarkter mit sich bringt.

Der Begriff „Dispatch“ bezeichnet in der Energiewirtschaft die Einsatzplanung von 
Kraftwerken/Stromerzeugungsanlagen durch den Kraftwerksbetreiber. Der deutsche Begriff 
für „Dispatch“ lautet daher „Kraftwerkseinsatzplanung“. Der Begriff „Redispatch“ hingegen 
bezeichnet die kurzfristige Änderung des Kraftwerkseinsatzes auf Verlangen eines 
Netzbetreibers zur Vermeidung von Netzengpässen.

Ausgangspunkt sind die gesetzlichen Regelungen in §§ 13 ff. des Energiewirtschaftsgesetzes 
(EnWG) in der Fassung ab 01.10.2021. Ergänzt werden diese Bestimmungen durch 
administrative Entscheidungen (sog. Festlegungen) der Bundesnetzagentur.

Hier muss man unterscheiden:

  • Die Redispatch-Regelungen, mit denen den Netzbetreibern erlaubt wird, auf Anlagen zuzugreifen, gelten ab dem 01.10.2021.
  • Um diesen Prozess vorzubereiten gelten jedoch schon ab dem 01.07.2021 ggf. Datenmitteilungspflichten der Anlagenbetreiber an Netzbetreiber.

Nach bisheriger Rechtslage standen Netzbetreibern u.a. Abregelungsbefugnisse für folgende 
Fälle zu: Zum einen für große Anlagen mit einer elektrischen Leistung ab 10 MW (sog. 
Redispatch 1.0) und zum anderen für Anlagen zur Erzeugung von Strom aus erneuerbaren 
Energien bzw. KWK-Anlagen (sog. Einspeisemanagement). Mit dem Redispatch 2.0 werden 
beide „Abregelungsregime“ zusammengeführt und insbesondere das Einspeisemanagement in 
seiner bisherigen Form aufgehoben.

In diesem Zusammenhang gibt es verglichen mit dem Einspeisemanagement vor allem drei 
wesentliche Änderungen:

  • Während beim Einspeisemanagement Anlagen bislang auf Basis von Ist-Werten, also akut, abgeregelt wurden, sollen die Maßnahmen mit dem Redispatch 2.0 auf Basis von Plan-Werten durchgeführt werden. Plan-Werte sind voraussichtliche Werte, beispielsweise bezogen auf die Stromeinspeisung einer Anlage. Zu diesem Zweck benötigt der Netzbetreiber – anders als früher – anlagenbezogene Informationen vom Anlagenbetreiber. Demgemäß entstehen neue Pflichten zur Datenmitteilung für Anlagenbetreiber.
  • Während beim Einspeisemanagement bislang ein absoluter Einspeisevorrang von Anlagen zur Erzeugung von Strom aus erneuerbaren Energien bzw. KWK-Anlagen galt, wird dieser Einspeisevorrang mit dem Redispatch 2.0 abgeschwächt.
  • Bilanzkreisverantwortliche bzw. Direktvermarkter erhalten einen Anspruch auf bilanziellen Ausgleich für die Bilanzkreisabweichungen, die infolge der RedispatchMaßnahmen des Netzbetreibers entstehen. Die Entschädigungspflicht zugunsten der Anlagenbetreiber bei Redispatch-Maßnahmen, wie sie im Einspeisemanagement bestanden, bleibt daneben auch im Redispatch 2.0 erhalten.

Insbesondere durch den sukzessiven Ausstieg aus der Kernenergie und durch die vermehrte 
Einspeisung von Strom aus erneuerbaren Energien ergeben sich veränderte Lastflüsse im Netz. 
Sie führen dazu, dass Netzbetreiber immer häufiger Abregelungsmaßnahmen vornehmen 
mussten. Dadurch entstehen sehr hohe Kosten, die von allen Netznutzern getragen werden 
müssen. Mit dem Redispatch 2.0, das planwertbasiert ablaufen soll, sollen die Maßnahmen zur 
Netzstabilität effizienter werden und damit die Kosten gesenkt werden.

II. Auswirkungen auf Anlagenbetreiber im Überblick

Hier muss man unterscheiden:

  • Die Regelungen, mit denen den Netzbetreibern erlaubt wird, auf Anlagen zuzugreifen, gelten zum einen für alle Anlagen zur Erzeugung oder Speicherung von Strom ab einer Leistung von 100 kW und zum anderen für alle Anlagen zur Erzeugung oder Speicherung von Strom (unabhängig von ihrer Leistung), wenn sie durch den Netzbetreiber jederzeit fernsteuerbar sind.
  • Die Datenmitteilungspflichten gelten jedoch grundsätzlich nur für Anlagen mit einer Leistung ab 100 kW (siehe dazu sogleich unter III.). Betreiber von Anlagen mit einer Leistung von weniger als 100 kW treffen also zunächst keine neuen Pflichten.

Betreiber von Anlagen mit einer Leistung ab 100 kW sind dazu verpflichtet, in einer ganz 
bestimmten Form und unter Einhaltung bestimmter Fristen Stammdaten, Planungsdaten, 
Nichtbeanspruchbarkeiten sowie Echtzeitdaten mitzuteilen. Diese Daten dienen den 
Netzbetreibern zur Identifikation von möglichen Netzengpässen und zur Dimensionierung von 
Maßnahmen, um Netzengpässen entgegenzuwirken. Zudem kann es in bestimmten 
Situationen dazu kommen, dass Anlagenbetreiber (oder der beauftragte Dienstleister) eine 
Erzeugungsprognose für die jeweilige Anlage erstellen müssen.

Die Anlagenbetreiber treffen nach einer Redispatch-Maßnahme schließlich Abrechnungsobliegenheiten; dies gilt unabhängig von der installierten Leistung der Anlage. Einzelheiten zu 
den Pflichten finden sich sogleich unter III. und IV.

Ja, aber nur wenn die Anlage eine Leistung von 100 kW oder mehr aufweist. Die Fernsteuerung 
der Anlage erfolgt dann nicht technisch (sog. Duldungsfall), sondern im Wege einer 
Aufforderung des Netzbetreibers an den Anlagenbetreiber, die Einspeise- oder Bezugsleistung 
anzupassen (sog. Aufforderungsfall). Wegen der Einzelheiten, insbesondere zur Frist für die 
Umsetzung von Aufforderungen, werden wir gesondert informieren.

Nein. Es müssen grundsätzlich alle betroffenen Anlagen am Redispatch 2.0 teilnehmen (siehe 
dazu die Frage zum Anwendungsbereich). In bestimmten Fällen können Anlagenbetreiber aber 
angeben, dass ihre Anlage nicht zum Redispatch 2.0 zur Verfügung steht, beispielsweise bei 
Wartungsmaßnahmen an der Anlage.

Nein. Die Regelungen zum Redispatch 2.0 knüpfen, soweit erforderlich, an bestehende 
Fernsteuertechnik an. Nachrüstpflichten anlässlich des Redispatch 2.0 gibt es also nicht. 
Nachrüstpflichten können sich aber z. B. aus dem EEG ergeben.

Nicht zwingend. Anlagenbetreiber müssen im Zusammenhang mit dem Redispatch 2.0 
zunächst bestimmte Datenmitteilungspflichten erfüllen. Hierdurch entsteht zwar Aufwand, es 
entstehen aber keine gesonderten Kosten. Sollte es zu Abregelungsmaßnahmen im 
Zusammenhang mit dem Redispatch 2.0 kommen, können Einnahmeausfälle entstehen, die 
jedoch vom Netzbetreiber angemessen finanziell auszugleichen sind (Entsprechendes gilt bei 
Hochregelungsmaßnahmen). Aufwand kann in diesem Zusammenhang durch die 
Geltendmachung der Entschädigungsansprüche entstehen.

Ja. Stromspeicher sind genauso vom Redispatch 2.0 betroffen, wie (reine) Stromerzeugungsanlagen.

III. Datenmitteilungspflichten der Anlagenbetreiber

Anlagenbetreiber haben im Rahmen des Redispatch 2.0 Stammdaten, Planungsdaten, 
Nichtbeanspruchbarkeiten sowie Echtzeitdaten zu übermitteln. Details zu den erforderlichen 
Daten können der Festlegung zur Informationsbereitstellung vom 23.03.2021 (Az.: BK6-20-
061) entnommen werden.

Wegen der Begrifflichkeiten und der Einzelheiten der zu meldenden Daten werden wir diese 
FAQ demnächst aktualisieren.

Stammdaten sind auf Aufforderung des Netzbetreibers frühestens ab dem 01.07.2021 und ab 
dann bei Änderungen mitzuteilen. Planungsdaten sind erstmals am 29.09.2021 um 14:30 Uhr 
und ab dann bei Änderungen jeweils stündlich mitzuteilen. Nichtbeanspruchbarkeitsdaten sind 
unverzüglich, spätestens jedoch eine Stunde nach Bekanntwerden mitzuteilen. Echtzeitdaten 
sind ab dem 01.10.2021 um 0:00 Uhr mitzuteilen. Echtzeitdaten sind innerhalb eines 
Zeitintervalls von maximal 60 Sekunden zu aktualisieren.

Wegen der Begrifflichkeiten und der Einzelheiten der zu meldenden Daten werden wir diese 
FAQ demnächst aktualisieren.

Ja. Die initial übermittelten Stammdaten sind bei tatsächlichen Änderungen an der Anlage 
anzupassen. Alle weiteren Daten müssen im Rahmen der regelmäßigen Meldezyklen 
aktualisiert werden.

Die Daten sind anlagenscharf durch die Anlagenbetreiber in Erfahrung zu bringen. Dazu können 
z. B. das Herstellerzertifikat oder weiterführende Dokumentationen herangezogen werden.
Ggf. ist auch eine Abstimmung mit dem Direktvermarkter zu empfehlen.

Der Datenaustausch erfolgt im Redispatch 2.0 über einen sogenannten Data-Provider
(„Datendrehscheibe“). Die Rolle des Data-Providers wird in der Regel durch das Tool Connect+ 
eingenommen werden. Somit hat der Datenaustausch grundsätzlich über die Connect+-
Plattform im XML-Format zu erfolgen. Allerdings können nicht alle Daten über die Connect+-
Plattform gemeldet werden. Zu den weiteren Einzelheiten werden wir alle an unser Netz 
angeschlossenen Anlagenbetreiber gesondert informieren.

Die Datenmitteilungspflichten müssen nicht zwingend durch den Anlagenbetreiber selbst, 
sondern können auch durch einen Dienstleister erfüllt werden (sog. Einsatzverantwortlicher). 
Die Rolle des Einsatzverantwortlichen kann z. B. von Ihrem Direktvermarkter wahrgenommen 
werden. Die Beauftragung eines Dienstleisters obliegt dem jeweiligen Anlagenbetreiber und 
sollte entsprechend vertraglich geregelt werden.

Die Bundesnetzagentur hat angekündigt, dass sie auf Pflichtverstöße mit Maßnahmen des 
Verwaltungszwangs reagieren kann, z. B. also durch Festsetzung eines Zwangsgeldes. 
Außerdem drohen u.a. ggf. Schadensersatzansprüche des Netzbetreibers oder anderer 
Anlagenbetreiber, wenn durch die unterbliebene oder fehlerhafte Datenmitteilung Schäden 
entstehen.

Neben den Pflichten zur Datenmitteilung müssen Daten zum bilanziellen Ausgleich von 
Redispatch-Maßnahmen mitgeteilt werden. Diese Daten betreffen im Wesentlichen Daten 
zum geplanten Einsatz der Anlage, wenn die bilanzielle Abwicklung im sog. Planwertmodell 
stattfindet. Die Daten sind im Einzelnen in der Festlegung zum bilanziellen Ausgleich vom 
06.11.2020 (Az. BK6-20-061) enthalten. Wer die Rolle des Einsatzverantwortlichen übernimmt, 
ist zwischen Anlagenbetreiber und Direktvermarkter zu klären. Die Rolle kann auch von einem
Dienstleister wahrgenommen werden.

IV. Durchführung von Redispatch-Maßnahmen durch den Netzbetreiber

Dazu lässt sich pauschal keine Aussage treffen. Es hängt von möglichen Netzengpässen sowohl 
im Netz des Anschlussnetzbetreibers als auch in den vorgelagerten Netzen und im 
Übertragungsnetz ab. Abhängig u.a. von den jeweiligen Netzzuständen und dem zukünftigen Ausbau von Stromerzeugungsanlagen kann sich die Wahrscheinlichkeit erhöhen oder – bei 
zukünftigen Netzausbaumaßnahmen – auch verringern.

Grundsätzlich ja. Es gibt aber eine wichtige und praxisrelevante Ausnahme: Für Strom, der nicht 
in das Netz für die allgemeine Versorgung eingespeist wird und der aus Anlagen zur Erzeugung 
von Strom aus erneuerbaren Energien oder aus hocheffizienten KWK-Anlagen stammt, ist der 
Zugriff auf die Anlage nur in besonderen Notfällen zulässig.

Im Rahmen des Redispatch 2.0 wird zwischen Aufforderungs- und Duldungsfall unterschieden:

  • Im Aufforderungsfall erhalten Sie (oder Ihr Dienstleister) von uns eine Aufforderung zur Durchführung einer Maßnahme. Das Steuerungssignal wird dann durch Sie (oder durch Ihren Dienstleister) an die Anlage gesendet.
  • Im Duldungsfall werden wir als Anschlussnetzbetreiber das Steuerungssignal direkt an die Anlage senden und diese abrufen.

Die Zuordnung der einzelnen Anlagen zu einem dieser Fälle ist insbesondere von den 
technischen Gegebenheiten vor Ort abhängig.

Wegen der Einzelheiten werden wir diese FAQ demnächst aktualisieren.

Für die Pflicht des Netzbetreibers, bei Netzengpässen auf die Anlage zuzugreifen, spielt die 
Tatsache, dass der erzeugte Strom direktvermarktet wird, keine Rolle. Allerdings kann der 
Direktvermarkter im Fall einer Redispatch-Maßnahme eigene Ausgleichsansprüche gegen den 
Netzbetreiber geltend machen (sog. bilanzieller Ausgleich). Dieser gesonderte Anspruch kann 
wiederum Auswirkungen auf Ihren Direktvermarktungsvertrag haben. Melden Sie sich bei 
Fragen am besten bei Ihrem Direktvermarkten.

Netzbetreiber sind dazu verpflichtet, die Anlagenbetreiber unverzüglich zu informieren, wenn 
ihre Anlage zu einer Redispatch-Maßnahme herangezogen worden ist. Dabei sind der 
tatsächliche Zeitpunkt, der Umfang, die Dauer und die Gründe für die Redispatch-Maßnahme 
mitzuteilen.

V. Entschädigung

Ja, das Gesetz sieht in einem solchen Fall einen angemessenen finanziellen Ausgleich vor. Dabei 
ist der finanzielle Ausgleich angemessen, wenn er den Anlagenbetreiber weder besser noch 
schlechter stellt, als er ohne die Redispatch-Maßnahme stünde. Darüber hinaus gibt es einen 
Anspruch auf bilanziellen Ausgleich für Bilanzkreisverantwortliche/Direktvermarkter, auf deren 
Bilanzkreis sich die Abregelungsmaßnahme auswirkt. Für die Geltendmachung des 
Entschädigungsanspruchs muss der Anlagenbetreiber bestimmte Daten zum Beleg des 
Anspruchs an den Anschlussnetzbetreiber mitteilen. Wegen Einzelheiten zur Ermittlung und 
zur Geltendmachung eines angemessenen Ausgleichs werden wir diese FAQ rechtzeitig 
aktualisieren.

VI. Weitere Informationen

Beispielsweise auf den Internetseiten der Bundesnetzagentur, des BDEW oder von Connect+.
OPTIONAL: Gerne können Sie sich auch an folgenden Ansprechpartner in unserem Haus 
wenden: 
Jürgen Braucks
Tel.: 02307 978-2300
Felix Eller
Tel.: 02307 978-2302
E-Mail: erzeugungsanlagen@gsw-kamen.de

Wir werden den betroffenen Anlagenbetreibern kurzfristig ein erstes Informationsschreiben 
zuleiten. Im Anschluss erhalten die Anlagenbetreiber ein weiteres, 
vertiefendes Informationsschreiben, das insbesondere die mitzuteilenden Daten genauer 
darstellen wird; außerdem erhalten Sie mit diesem Schreiben verschiedene Identifikatoren 
zugesandt. Voraussichtlich im Juli 2021 erhalten die Anlagenbetreiber dann ein drittes und 
letztes Informationsschreiben. Dieses Schreiben wird u. a. näher auf den Meldeweg eingehen.