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Gutachter stellt Bäderkonzept für Kamen und Bergkamen vor

Gutachter empfiehlt: Investitionen in neue attraktive Bäder, statt in bestehende veraltete Strukturen

In einer außerordentlichen Sitzung erhielt der GSW-Aufsichtsrat erste Einblicke in das Bäderkonzept für die Bäderbetriebe in Kamen und Bergkamen. Das Konzept wurde am gestrigen Montagabend von der Unternehmensberatung Altenburg vorgestellt.
Ende 2014 hatten die GSW ein technisches Gutachten in Auftrag gegeben, welches die zur langfristigen Erhaltung des Bäderbestandes notwendigen Investitionen ermitteln sollte. Das Gutachten ergab eine Summe in Höhe von knapp 28 Millionen Euro für eine grundhafte Sanierung, die den Betrieb aller Bädereinrichtungen für weitere 20 Jahre sichern würde. Die Zielsetzung der neuen Bäderstruktur ist jedoch neben einem bedarfsgerechten Angebot die Steigerung der Attraktivität. Diese Ziele lassen sich mit den genannten Investitionen in die bestehenden Bäder nicht erreichen.
Daher haben die Kommunen Anfang 2015 in Abstimmung mit den verschiedenen Nutzergruppen (Schulen, Vereine, Bürger) folgende Handlungsalternativen entwickelt, um ein attraktives und zukunftsfähiges Angebot an Wasserflächen zu sichern. Alle geplanten Handlungsalternativen stellen sicher, dass heutige Nutzungen auch in Zukunft durch die jeweilige Variante ermöglicht werden.

Zentralstandortkonzept Kamen / Bergkamen

Ganzjahresangebot mit vier Wasserflächen, darunter ein 25-Meter-Becken inklusive 1- und 3-Meter-Springerbereich, ein Lehrschwimmbecken 16,7 mal 10 Meter sowie ein Kursbecken 10 mal 10 Meter. Dazu ein 30 Quadratmeter großes Kleinkinderbecken mit Umgebungsinfrastruktur (Wickelraum etc.). Als Highlight sieht die Planung eine von innen und außen nutzbare 80-Meter-Erlebnisrutsche vor.
Im Sommer wird ein Freibadangebot mit Schwimmer- und Nichtschwimmerbecken, Strömungskanal, Wasserpilz, Breitrutsche mit Auslauf ins Nichtschwimmerbecken, Matschspielgarten, Kioskanlage sowie eine 10.000 Quadratmeter große Liegewiese zugeschaltet.

Handlungsalternativen für Kamen

Alternative K1: Bestandserhalt aller Bäder
Winterangebot von insgesamt vier Becken, darunter ein 33,3-Meter-Becken mit 6 Bahnen, einem 25-Meter-Becken inklusive Springerbereich, 16,7 mal 12,5 Meter und 16,7 mal 8 Meter großen Lehrschwimmbecken.
Im Sommer wechselt das Angebot zu dem bestehenden Freibad mit einem 50-Meter-Becken mit acht Bahnen, einem 1.150 Quadratmeter großen Kombibecken mit Springerbereich und Rutsche sowie einem 200 Quadratmeter großen Kleinkinderbecken.

Alternative K2: Ausbau Hallenbad Kamen zum Ganzjahresstandort
Ganzjahresangebot mit drei Wasserflächen, darunter ein 25-Meter-Becken mit sechs Bahnen, ein 16,7 mal 12,5 Meter großes Lehrschwimmbecken sowie ein 30 Quadratmeter großes Kleinkinderbecken.
Im Sommer werden im Außenbereich ein 400 Quadratmeter großes Nichtschwimmerbecken und ein 150 Quadratmeter großes Kleinkinderbecken zugeschaltet.

Alternative K3: Neubau Hallenbad Kamen, Erhalt Freibad (kapazitätsreduziert)
Winterangebot mit 25-Meter-Becken mit Springerbereich, ein 12,5 mal 8 Meter großes Lehrschwimmbecken sowie einen 30 Quadratmeter großen Kleinkinderbereich.
Im Sommer werden am bestehenden Freibadstandort ein 50-Meter-Becken mit drei Bahnen, ein 450 Quadratmeter großes Nichtschwimmerbecken sowie ein 150 Quadratmeter großes Kleinkinderbecken zugeschaltet.

Alternative K4: Neubau Kombibad Kamen (Standort noch zu bestimmen)
Ganzjahresangebot mit drei Wasserflächen, darunter ein 25-Meter-Becken mit fünf Bahnen und Springerbereich, ein 12,5 mal 8 Meter großes Lehrschwimmbecken sowie ein 30 Quadratmeter großes Kleinkinderbecken.
Im Sommer werden im Außenbereich ein 400 Quadratmeter großes Nichtschwimmerbecken und ein 150 Quadratmeter großes Kleinkinderbecken zugeschaltet.

Handlungsalternativen für Bergkamen

Alternative B1: Bestandserhalt aller Bäder
Winterangebot von insgesamt zwei Becken, darunter ein 25-Meter-Becken mit 5 Bahnen inklusive Springerbereich und einem 100 Quadratmeter großen, nicht kleinkindgerechten Kinderbecken.
Im Sommer wechselt das Angebot zu dem bestehenden Freibad mit einem 50-Meter-Becken mit acht Bahnen, Springerbereich und Rutsche, einem 800 Quadratmeter großen Nichtschwimmer-Wellenbecken und einem 100 Quadratmeter großen Kleinkinderbecken.

Alternative B2: Ausbau Standort Hallenbad Bergkamen zum Ganzjahresstandort
Ganzjahresangebot mit zwei Becken, darunter ein 25-Meter-Becken mit fünf Bahnen und einem Springerbereich sowie ein 30 Quadratmeter großes Kleinkinderbecken.
Im Sommer werden im Außenbereich ein 400 Quadratmeter großes Nichtschwimmerbecken und ein 150 Quadratmeter großes Kleinkinderbecken zugeschaltet.

Alternative B3: Neubau Kombibad Bergkamen (Standort noch zu bestimmen)
Ganzjahresangebot mit zwei Becken, darunter ein 25-Meter-Becken mit fünf Bahnen und einem Springerbereich sowie ein 30 Quadratmeter großes Kleinkinderbecken.
Im Sommer werden im Außenbereich ein 400 Quadratmeter großes Nichtschwimmerbecken und ein 150 Quadratmeter großes Kleinkinderbecken zugeschaltet.

Fazit
Eine Kernaussage des Gutachtens ist die Empfehlung von Investitionen in neue Bäder; eine grundhafte Sanierung der bestehenden Struktur sei dagegen nicht zielführend.
Die interkommunale Zentralbad-Lösung erscheint dem Gutachten nach als die wirtschaftlich attraktivste Alternative. Die weitergehenden Diskussionen, ob es eine derartige Zentralbad- oder eine jeweils kommunal eigenständige Lösung in Kamen und Bergkamen geben wird, erfolgen in den entsprechenden kommunalpolitischen Gremien.
Am zweiten September in Kamen beziehungsweise am dritten September in Bergkamen wird das Gutachten in den städtischen Ratsausschüssen präsentiert. Die GSW streben an, dass bis zum Ende des Jahres dort in Bezug auf die Wahl einer oder mehrerer Handlungsalternativen die Grundsatzentscheidungen getroffen werden. Danach können Planung, Ausschreibung und je nach kommunaler Entscheidung Neubau(ten) erfolgen.